Google+Find us on Google+
News

Todesgriff vs. brillantes Display

About Author
Thorsten Claus
tc

Thorsten Claus ist Gründer und Chefredakteur von “moobilux | Connected Mobile” mit mehr als 16 Jahren Berufserfahrung. Der langjährige Journalist beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die mobile Telekommunikation. Als Experte veröffentlichte er in den vergangenen Jahren u. a. Fachbeiträge in “VoIP Compendium”, “Voice Compass” und “t3n”. Als Experte berichtete er in “Deutschland-Radio Wissen”, “Finacial Times Deutschland” und bei “n-tv” über die neuen Trends und Entwicklungen in der Technologie-Branche. Thorsten Claus ist Mitgründer der Pitch-TV-Eventserie „pitchfreunde // Show Your Mobile“ welches sich speziell an Startups mit Fokus Mobile & e-Mobility richtet.

iPhone 4: Display überstrahlt Antennen-Misere
Mit der Einführung des iPhones im Jahr 2007 hat Apple Geschichte geschrieben. Der Hype ist auch nach über 50 Mio. verkauften Einheiten ungebrochen. Mit über vier Mrd. heruntergeladenen Applikationen erweist sich zudem das dazugehörige Eco-System als bisher unerreichte Messlatte für die Branche. Dass Apple bei Konzept und Design in über drei Jahren bisher kaum nachbessern musste und das iPhone weiterhin locker als Referenz-Smartphone auf dem Markt bestehen kann, spricht ebenfalls für das Entwicklerteam rund um Steve Jobs.

Holprige Einführung

iPhone 4: Intelligente Weiterentwicklung (Foto: apple)

iPhone 4: Intelligente Weiterentwicklung (Foto: apple)

Die Markteinführung des iPhone 4 stand allerdings von Anfang an unter keinem guten Stern. Zunächst vermasselte ein verlorener Prototyp und die darauf folgende verfrühte Berichterstattung Steve Jobs seine traditionelle Präsentationsparty. Weitaus folgenschwerer erwies sich aber eine Design-Entscheidung, die beim Gerät zu Empfangsproblemen führen soll

Seit das iPhone 4 nun auch in Europa – mitunter mit langen Wartezeiten – erhältlich ist, beherrscht folglich die Antennenfrage die öffentliche Diskussion. Im Test kann das Problem des sogenannten Todesgriffs zumindest teilweise reproduziert werden. Wird das iPhone am unteren linken Gehäuserand fest umklammert, reduziert sich der Empfang tatsächlich um ein bis drei Striche. Für die alltägliche Kommunikation erwies sich dieser Umstand jedoch als vernachlässigbar. Ein Gesprächsabbruch konnte im Test nicht verzeichnet werden, auch das Surferlebnis blieb unbeeinträchtigt.

Display glänzt im Test
Die Beobachtung der Empfangsbalken einmal hinter sich gelassen, sticht zunächst vor allem das brillante Retina-Display ins Auge. Zwar können Geräte wie das Samsung Galaxy S oder auch HTCs Desire ebenfalls mit tollen Auflösungen aufwarten, der Sprung von Apples iPhone 3GS zur neuen vierten Generation mit 960 mal 480 Pixeln ist allerdings beachtlich. Auch kleinste Schriften präsentieren sich gestochen scharf, wovon neben Webseiten auch das Lesen von E-Books auf dem Handy-Display profitiert.

Auch sonst präsentiert sich das iPhone 4 weniger als Revolution, sondern vielmehr als Evolution auf hohem Niveau. Durch den Apple-eigenen 1-Ghz-Prozessor sowie zusätzlichen internen Speicherumfang reagiert das Gerät pfeilschnell und kommt auch mit dem eingeführten Multitasking gut zurecht. Der verbesserte Akku macht sich vor allem bei exzessivem Surfen über 3G-Verbindungen stark bemerkbar und sorgt dafür, dass man das Handy nach einem arbeits- und freizeitintensiven Gebrauch nicht jeden Tag aufladen muss.

Mut zu neuem Design unbelohnt
Die mutigste Neuerung hat Apple ohnehin beim Design gewagt, wenngleich diese Entscheidung durch die Antennendiskussion im Nachhinein schwer getrübt wurde. Auf den ersten Blick den Vorgänger-Modellen sehr ähnlich, präsentiert sich das haptische Erlebnis des iPhone 4 stark verändert. Die abgerundete, fast bauchige Form des Vorgängers ist Vergangenheit. Das iPhone 4 ist merkbar dünner, eine Spur schmäler und kantiger geschnitten.

Der Eindruck, dass das iPhone härter und eine Spur schwerer als der Vorgänger ist, wird durch die verwendeten Materialien verstärkt. So ist das Plastik der Rückseite einer gehärteten Glasoberfläche gewichen. Vorder- und Rückseite werden durch einen Edelstahl-Rahmen zusammengehalten, der gleichzeitig die diversen Antennenfunktionen beherbergt.

Die Verarbeitung ist absolut hochwertig und zeigt, dass auch ein elektronisches Massengerät ohne Design- und Materialkompromisse möglich ist. Trotz der Glasoberfläche wirkt das Gerät kompakt und bruchsicher. Stürze aus einem halben Meter Höhe und mehr stellen im Normalfall kein Problem dar, wie das Gerät im Test eindrucksvoll beweist.

Zwei Kameras und HD-Video
Ebenfalls nachgebessert hat Apple bei der Fotoausstattung. Die Hauptkamera des iPhone 4 kommt nun endlich mit fünf Megapixeln daher, was anständige Schnappschüsse sowie Videos in HD (720p, 30 Frames pro Sekunde) erlaubt. Im Test erwies sich der neu inkludierte LED-Blitz als willkommene Ergänzung. Mit schwierigen Lichtverhältnissen hat das iPhone trotz Helligkeitssensor und Fokusfunktion aber immer noch Probleme.

Von Apple als revolutionär angepriesen, ermöglicht das iPhone 4 über die eingebaute zweite Kamera nun auch Video-Gespräche. Dabei kann sowohl das eigene Gesicht oder aber über die Hauptkamera die Umgebung übertragen werden. Als Verkaufsargument dürfte der als FaceTime angepriesene Dienst derzeit aber kaum punkten können, denn der kostenlose Dienst ist nur zwischen iPhone-4-Geräten und über eine WLAN-Verbindung nutzbar.

To Top