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20 Prozent der Android-Apps verletzen Privatsphäre

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Thorsten Claus
tc

Thorsten Claus ist Gründer und Chefredakteur von “moobilux | Connected Mobile” mit mehr als 16 Jahren Berufserfahrung. Der langjährige Journalist beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die mobile Telekommunikation. Als Experte veröffentlichte er in den vergangenen Jahren u. a. Fachbeiträge in “VoIP Compendium”, “Voice Compass” und “t3n”. Als Experte berichtete er in “Deutschland-Radio Wissen”, “Finacial Times Deutschland” und bei “n-tv” über die neuen Trends und Entwicklungen in der Technologie-Branche. Thorsten Claus ist Mitgründer der Pitch-TV-Eventserie „pitchfreunde // Show Your Mobile“ welches sich speziell an Startups mit Fokus Mobile & e-Mobility richtet.

Rund 20 Prozent der Android-Applikationen stellen ein Datenschutzrisiko dar. Diese Apps ermöglichen Dritten den Zugang zu sensiblen bzw. privaten Informationen der Nutzer, wie ein Bericht von SMobile Systems zeigt. Einige Anwendungen wurden entdeckt, die sogar eigenständig Anrufe tätigen und SMS versenden können, ohne dass der Handybesitzer irgendetwas dazu beiträgt. Fünf Prozent der Apps können Anrufe zu jeder Nummer machen und zwei Prozent sind SMS-fähig.

Mobile Apps bergen Datenschutzrisiko (Foto: android.com)

Mobile Apps bergen Datenschutzrisiko (Foto: android.com)

Die eigenmächtigen App-Aktivitäten sind naturgemäß zumeist mit hohen Kosten für die Betroffenen verbunden. Viele Anwendungen verschaffen sich darüber hinaus Zugriff auf sensible Daten, wie dies Spyware-Programme machen. Ausgeforscht werden sowohl E-Mailadressen und SMS als auch Informationen zu Anrufen und Aufenthaltsort des Nutzers, wie Dan Hoffman, Chief Technology Officer von SMobile Systems erklärt.

Entwickler schwer zu überprüfen
“Nur weil etwas von einer vertrauten Quelle wie dem Android Market oder dem Apple App Store kommt, heißt das nicht, dass man davon ausgehen kann, dass die Anwendungen frei von Maleware sind oder es einen angemessenen Prüfungsvorgang gibt”, so Hoffman weiter. Oft fehlt es an Möglichkeiten, die Reputation des App-Entwicklers nachzuprüfen. Viele nutzen Pseudonyme oder stellen keine Information zu Unternehmenswebseiten zur Verfügung.

Die Thematik wird auch von Datenschützern bereits verfolgt. “Wir sehen natürlich, welche Warnungen hier von den Sicherheitsfirmen kommen und dass sich Probleme auftun. Aufgrund der Menge an Apps, die laufend neu hinzukommen, hat sich hier allerdings eine sehr unübersichtliche Menge an Anwendungen gehäuft”, sagt Marit Hansen, stellvertretende Landesbeauftragte beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Es sei aktuell schwierig, diese Menge zu überblicken.

Für den Nutzer sei es oft eine Art Glücksspiel, nicht die “falsche” App zu erwischen. “Hundertprozentig sicher gehen kann man im Augenblick nie. Es empfiehlt sich aber, auf möglichst vertrauenswürdige Quellen zurückzugreifen und zu schauen, von wie vielen Leuten eine App schon genutzt wird oder welche Bewertungen es dazu gibt”, so Hansen.

Unabhängige Instanz
“Wir würden uns auch wünschen, dass sich die Entwickler dazu bereit erklären, ihre Codes vor unabhängigen Instanzen offenzulegen, sodass diese dann prüfen können, dass sich hier keine schädlichen Programme verstecken”, sagt die Datenschützerin. Natürlich gebe es auch schon Bestrebungen seitens der Entwickler, die von sich aus auf Sicherheit pochen und Vertrauen schaffen wollen, räumt Hansen ein. Dadurch, dass jedoch so viele neue Anwendungen auf den Markt kommen, sei es oft auch für die Entwickler schwer zu überblicken, ob ihre Apps nicht von anderen missbraucht und mit Schadsoftware infiziert auf die Nutzer losgelassen werden.

Wenn jemand Apps ohne schlechten Beigeschmack herunterladen will, empfiehlt es sich unter anderem auch Anti-Spyware-Programme zu benutzen, wie diese von SMobile Systems aber auch von anderen Anbietern bereitgestellt wird. “Es gibt bekannte Spyware-Anwendungen auf dem Markt – das ist nun mal ein wachsendes Problem”, so Hoffman.

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