Google+Find us on Google+
News

Kommentar: zur Absage des GSMA vom Mobile World Congress 2020

Kommentar: zur Absage des GSMA vom Mobile World Congress 2020 Kommentar: zur Absage des GSMA vom Mobile World Congress 2020. (Bild: moobilux.com)
About Author
Thorsten Claus
tc

Thorsten Claus ist Gründer und Chefredakteur von “moobilux | Connected Mobile” mit mehr als 16 Jahren Berufserfahrung. Der langjährige Journalist beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die mobile Telekommunikation. Als Experte veröffentlichte er in den vergangenen Jahren u. a. Fachbeiträge in “VoIP Compendium”, “Voice Compass” und “t3n”. Als Experte berichtete er in “Deutschland-Radio Wissen”, “Finacial Times Deutschland” und bei “n-tv” über die neuen Trends und Entwicklungen in der Technologie-Branche. Thorsten Claus ist Mitgründer der Pitch-TV-Eventserie „pitchfreunde // Show Your Mobile“ welches sich speziell an Startups mit Fokus Mobile & e-Mobility richtet.

Nach den zahlreichen Absagen vieler großer und kleiner Unternehmen und der überraschenden gestrigen Absage des #MWC20 durch den Branchenverband GSMA ist der Mobile World Congress 2020 die erste große Veranstaltung, die dem Corona-Virus zum Opfer fällt. Für die GSMA ist es die erste Absage, des #MWC in desen 33-jährigen Geschichte.

So hatte der GSMA noch am Wochenende bedeutet, dass der Mobile World Congress 2020 wie geplant vom 24. bis 27. Februar mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen für die Teilnehmer stattfinden werde. Nur wäre dieses angesichts der über 50 Absagen von Ausstellern sicher alles andere als wirtschaftlich sinnvoll.

Die weltweite Sorge wegen der zunehmenden Ausbreitung des Corona-Virus, nicht nur bei asiatischen Ausstellern, hat diese zur Absage ihrer Teilnahme bewogen. Zu groß sind die Bedenken und die Komplikationen durch die Quarantänemaßnahmen für Gäste aus China. Zudem, je mehr Unternehmen aus Angst vor dem Corona-Virus dem #MWC20 fernbleiben, desto weniger Besucher und Pressevertreter werden vor Ort sein.

Die britische Ausgabe des Magazins “Wired” berichtete, die GSMA habe zunächst versucht, die Behörden der spanischen Provinz Katalonien zu überzeugen, einen Gesundheitsnotstand auszurufen. Das wäre für sie wichtig gewesen, um die Ausgaben von Versicherungen zurückzubekommen.

Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau sagte am Mittwoch jedoch vor Journalisten, die Stadt sei “perfekt auf die Organisation des #MWC vorbereitet”. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden gebe es “keinen Grund, Notmaßnahmen zu ergreifen”.

Daher hieß es aus GSMA-Kreisen laut “Wired UK” anfangs noch, der Kongress könnte trotz aller Absagen und Bedenken möglicherweise trotzdem stattfinden, damit man nicht auf den Kosten sitzenbleibt. Am gestrigen Abend dann das überraschende Aus für den MWC20 von dem Veranstalter GSMA, der von der Flut der Absagen überrannt wurde.

Allein am Mittwoch teilten die Deutsche Telekom, Vodafone, der Netzausrüster Nokia und der Nokia-Smartphone-Hersteller HMD Global mit, dass sie der Veranstaltung fernbleiben. Am Dienstag hatten der Chipriese Intel, der US-amerikanische Netzwerkausrüster Cisco, der US-Telekomkonzern AT&T und der chinesische Smartphone-Anbieter Vivo ihre Teilnahme abgesagt. Sony und Amazon, der Telekom-Ausrüster Ericsson, der südkoreanische Elektronikkonzern LG und der Chiphersteller Nvidia waren schon vorher ausgestiegen.

Der Veranstalter GSMA stand zusätzlich unter Druck, da viele ihrer eigenen Mitglieder wie die Deutsche Telekom, Orange oder AT&T aus Sorge um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter die Teilnahme an der Messe in Barcelona absagten, hatten. In dieser Situation hätte die GSMA keine gute Figur gemacht, wenn sie an der Ausrichtung des diesjährigen MWC festgehalten hätten.

So finde ich, ist die Absage am späten gestrigen Abend, die auch wirtschaftlich einzig richtige Reaktion gewesen. Auch wenn dieses für die Wirtschaft Barcelonas, welche wie das Gastgewerbe vom MWC profitiert spürbare Konsequenzen haben wird. Der nächste Mobile World Congress finden 2021 wieder in der katalanischen Hauptstadt statt. Es bleibt zu hoffen, dass der #MWC21 zu seiner einstigen Größe zurückfindet und es ihm nicht so wie der CeBIT im deutschen Hannover ergeht!

To Top