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Australien: Kunde muss 191.000 Dollar Rechnung nicht zahlen

Australien: Kunde muss 191.000 Dollar Rechnung nicht zahlen Geschockter Kunde muss fremdverschuldete Kosten nicht übernehmen (Foto: flickr.com/espensorvik)
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Thorsten Claus
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Thorsten Claus ist Gründer und Chefredakteur von “moobilux | Connected Mobile” mit mehr als 16 Jahren Berufserfahrung. Der langjährige Journalist beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die mobile Telekommunikation. Als Experte veröffentlichte er in den vergangenen Jahren u. a. Fachbeiträge in “VoIP Compendium”, “Voice Compass” und “t3n”.

Als Experte berichtete er in “Deutschland-Radio Wissen”, “Finacial Times Deutschland” und bei “n-tv” über die neuen Trends und Entwicklungen in der Technologie-Branche.

Thorsten Claus ist Mitgründer der Pitch-TV-Eventserie „pitchfreunde // Show Your Mobile“ welches sich speziell an Startups mit Fokus Mobile & e-Mobility richtet.

Nach einem längeren Rechtsstreit kann der Australier Kim Beveridge endlich aufatmen: Der Supreme Court Victoria hat entschieden, dass er seine Telefonrechnung in Höhe von 191.453 australische Dollar (rund 163.000 Euro) nun doch nicht bezahlen muss. Das australische Telekommunikationsunternehmen Telechoice hatte die Rechnung zuvor ausgestellt, nachdem das Telefon von Beveridge auf einer Geschäftsreise in Barcelona gestohlen wurde. Das Gerät wurde von den Dieben 20 Stunden lang ausgiebig verwendet, was enorme Kosten für Beveridge verursachte.

Die Räuber haben in 20 Stunden insgesamt 4.484 Anrufe getätigt und Tausende SMS gesendet, die meisten davon von Australien nach Lettland. Das Datenroaming, die Anrufumleitung und der SMS-Dienst ins Ausland wurden also aktiviert. Als Beveridge zurück in Australien war, erhielt er die Rechnung dafür präsentiert. Obwohl er die Anrufe nachweislich nicht getätigt hatte, bot er an, dem zuständigen Telekommunikationsanbieter 8.000 Dollar als Entschädigung zu bezahlen. Telechoice lehnte dieses Angebot jedoch ab.

Hartnäckig vor Gericht
Der australische Anbieter, welcher das mobile Netzwerk Telstra verwendet, um seine Dienste an den Mann zu bringen, lud Beveridge stattdessen vor Gericht. Das County Court of Victoria bezeichnete die Rechnung in Höhe von 191.000 Dollar als skrupellos, daraufhin senkte Telechoice den Betrag auf 34.945 Dollar (rund 29.736 Euro). Der Telekommunikationskonzern wollte allerdings nicht lockerlassen und brachte den Fall bis an den Supreme Court.

Der Supreme Court schlug sich schnell auf die Seite von Beveridge. In erster Linie, weil die Rufumleitung und der SMS-Dienst nicht in dem internationalen Roamingdienst enthalten waren, dem Beveridge vertraglich zugestimmt hat. Die Entscheidung lautet: Telechoice muss die Kosten des nun erleichterten Kunden übernehmen. Eine Berufung seitens Telechoice wurde abgelehnt.

Keine Chance ohne Anwalt
Jonathan Evans, der Rechtsanwalt von Kim Beveridge, meint, der Sieg ist sehr zufriedenstellend für seinen Klienten, denn er wurde für etwas rechtlich verfolgt, das nicht seiner Kontrolle unterstand.

“Der einzige Fehler, den er gemacht hat, ist 20 Stunden zu warten, bevor er den Diebstahl meldete”, erklärte Anwalt Evans.

Laut Evans hatte nicht einmal der Ombudsmann für Telekommunikation rechtliche Grundlage in dem Fall zu intervenieren, weil der Betrag über 50.000 Dollar lag.

“Die meisten Leute glauben, der Ombudsmann kann helfen. Aber da es eine Obergrenze gibt, war Beveridge dazu gezwungen, Anwälte für die Prozesse einzuschalten, was ihn viel Geld aus eigener Tasche kostete”, sagt Evans abschließend.

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