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ZipLine soll der Warteschlange den Garaus machen

ZipLine soll der Warteschlange den Garaus machen Warteschlange: "ZipLine" soll Warten verkürzen (Foto: Cambridge Consultants)
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Thorsten Claus
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Thorsten Claus ist Gründer und Chefredakteur von “moobilux | Connected Mobile” mit mehr als 16 Jahren Berufserfahrung. Der langjährige Journalist beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die mobile Telekommunikation. Als Experte veröffentlichte er in den vergangenen Jahren u. a. Fachbeiträge in “VoIP Compendium”, “Voice Compass” und “t3n”. Als Experte berichtete er in “Deutschland-Radio Wissen”, “Finacial Times Deutschland” und bei “n-tv” über die neuen Trends und Entwicklungen in der Technologie-Branche. Thorsten Claus ist Mitgründer der Pitch-TV-Eventserie „pitchfreunde // Show Your Mobile“ welches sich speziell an Startups mit Fokus Mobile & e-Mobility richtet.

Warteschlange: "ZipLine" soll Warten verkürzen (Foto: Cambridge Consultants)

Warteschlange: “ZipLine” soll Warten verkürzen (Foto: Cambridge Consultants)

Die App “ZipLine” zeigt Nutzern mittels Infrarotsensoren zur Temperaturmessung an, welche Warteschlange sich voraussichtlich am schnellsten auflösen wird. Entwickelt wurde die Shopping-Software von Cambridge Consultants. Das auf der CES16 präsentierte Programm ermittelt die Anzahl von eingereihten Personen sowie deren Bewegungsdynamik.

Genauer als Lichtschranken
“Für die Analyse der Geschwindigkeit von Schlangen gibt es verschiedene Verfahren. Aus Datenschutzsicht am wenigsten sensibel wären Lichtschranken, die die Länge der Schlange messen. Einige der Verfahren arbeiten auf Basis biometrischer Daten oder audio-visueller Beobachtung per Video”, erklärt Marit Hansen vom unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein gegenüber moobilux.com. Temperatursensoren lieferten generell mehr Informationen als es im Falle der Lichtschranken-Lösung geschehe.

“Dies hängt insbesondere von der Genauigkeit der Daten ab. Bekannt geworden sind Scanner, welche die Temperaturbilder vorbeigehender Personen visualisieren: Hier ist zu erkennen, welche Größe und Umrisse die Personen haben. Auch Gesundheitsdaten – insbesondere Fieber – können erfasst werden”, schildert Hansen. Auch lasse sich aus der vom Körper ausgestrahlten Wärme schließen, ob es sich um einen älteren oder jüngeren Menschen handle. “Zusätzlich findet man Berichte darüber, wie die Stimmung oder auch eine Stresssituation die Körpertemperatur verändert”, führt die Datenschutz-Expertin aus.

Handelsketten zeigen Interesse
Die App konzentriert sich nicht nur auf die Länge einer Schlange, sondern auch darauf, wie schnell sich diese vorwärts bewegt. Die Technologie kombiniert dazu Infrarotsensoren mit einem Long-Range-Funksystem. Mittels Algorithmen werden die Daten der Sensoren in Informationen umgewandelt, die der Nutzer direkt auf seinem Smartphone ablesen kann. Laut den Entwicklern unterscheidet sich ZipLine von anderen Monitoring-Systemen, da es auch Schlangen analysiert, die sich nicht gleichzeitig am selben Ort befinden.

Das Long-Range-Funksystem funktioniert über mehrere Kilometer hinweg. Dadurch werden auch Daten aus anderen Outlets ermittelt. Obwohl das System noch in der Entwicklungsphase steckt, sind die Hersteller bereits mit Großhandelsketten im Gespräch, welche diese Technologie zum Einsatz bringen wollen. “Unser Konzept hat das Potenzial, eine der Hauptursachen für Kundenfrustration zu beheben”, so Tim Ensor von Cambridge Consultants.

“Will man ein System wie ZipLine aus Datenschutzsicht überprüfen, würde man besonderes Augenmerk auf die Sensoren, ihre Leistungsfähigkeit und die Interpretationsmöglichkeiten legen”, erläutert Hansen. Die Körpertemperatur sei ein biometrisches Datenmaterial und könne bei entsprechender Genauigkeit identifizierend sein oder zu Auswertungen herangezogen werden, mit denen die Betroffenen nicht einverstanden wären. “Auf jeden Fall bietet eine Temperaturanalyse generell mehr Informationsgehalt als ein Verfahren, das mit Lichtschranken arbeitet. Wenn wirklich keine personenbezogenen Daten erfasst werden sollen, müssten die Sensoren relativ ungenau arbeiten”, sagt Hansen abschließend.

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