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Musik auf dem Handy ersetzt iPod und Co

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Thorsten Claus
tc

Thorsten Claus ist Gründer und Chefredakteur von “moobilux | Connected Mobile” mit mehr als 16 Jahren Berufserfahrung. Der langjährige Journalist beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die mobile Telekommunikation. Als Experte veröffentlichte er in den vergangenen Jahren u. a. Fachbeiträge in “VoIP Compendium”, “Voice Compass” und “t3n”. Als Experte berichtete er in “Deutschland-Radio Wissen”, “Finacial Times Deutschland” und bei “n-tv” über die neuen Trends und Entwicklungen in der Technologie-Branche. Thorsten Claus ist Mitgründer der Pitch-TV-Eventserie „pitchfreunde // Show Your Mobile“ welches sich speziell an Startups mit Fokus Mobile & e-Mobility richtet.

Musik auf dem Handy befindet sich europaweit auf klarem Wachstumskurs. 23,8 Prozent der der Handynutzer in den fünf größten europäischen Märkten – Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien – hören mittlerweile Musik auf ihrem Handy. Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Marktforschers comScore. Insgesamt sind das 54 Mio. Menschen, die einen Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr repräsentieren.

An erster Stelle rangiert Spanien, wo 30 Prozent der Handynutzer mobil Musik hören. Dahinter folgt Deutschland mit 25,8 Prozent. Großbritannien kommt mit 22,6 Prozent auf Platz drei und liegt trotz allgemein hoher Affinität zu Musik etwas unter dem europäischen Durchschnitt.

USA hinken hinterher
Im Gegensatz zu Europa entwickelt sich das mobile Musikhören in den USA weitaus schleppender. Die Staaten liegen mit nur 13,2 Prozent weit hinter dem europäischen Markt in der Entwicklung zurück. Innerhalb der untersuchten europäischen Märkte erzielen Frankreich und Italien derzeit den niedrigsten Wert mit 21 Prozent.

iPhone statt iPod (Foto: Apple)

iPhone statt iPod (Foto: Apple)

“Grund dafür, dass die USA in der Entwicklung zurückliegen, sind die unterschiedlichen Arten von Handys, die jahrelang beworben wurden”, erklärt Alistair Hill, Senior Analyst bei comScore. Während in Europa beispielsweise seit Jahren Sony Ericsson mit seinen Musikhandys auf dem Markt vertreten war, gab es in den USA laut Hill keine vergleichbaren Angebote. “Deshalb entwickelt sich der Bereich Mobile Music dort erst langsam.”

iPod stirbt aus
“Smartphones werden reine MP3-Player wie den iPod über kurz oder lang ersetzen. Es wird zwar etwas länger dauern als einige Leute in der Branche glauben, aber die Entwicklung wird eintreten”, ist Hill überzeugt. In Zukunft wird es keinen Grund mehr dafür geben, zwei unterschiedliche Geräte zu besitzen, wenn mit einem alles gemacht werden kann, prognostiziert Hill.

“Natürlich wird es weiter Nutzer geben, die an ihrem iPod hängen – vor allem, wenn sie kein musikfähiges Handy besitzen. Insgesamt werden iPhone und Co jedoch die MP3-Player verdrängen.” Hill geht davon aus, dass der iPod in den kommenden fünf Jahren klar an Popularität verlieren wird.
Beim direkten Downloaden von Musik auf das Handy hat Deutschland die Nase vorn. Im März zählte das Land mehr als eine Mio. Nutzer, die Musik direkt auf ihr Handy heruntergeladen haben. Die Zahl repräsentiert gleichzeitig die höchste Wachstumsrate in dem Bereich (102 Prozent). Auf Platz zwei der am schnellsten wachsenden Download-Märkte liegt Italien, gefolgt von Frankreich. Insgesamt liegt auch beim Wachstum Europa klar vor den USA, wo die Steigerung nur zehn Prozent betragen hat.
Europäischer Markt noch immer klein
“Trotz des schnellen Wachstums bei den mobilen Musikdownloads in Europa ist der Gesamtmarkt aber nach wie vor klein”, sagt Hill. Gleichzeitig seien inzwischen jedoch bisher nicht ausgeschöpfte Werbemöglichkeiten für Musikverlage zu sehen. “Leute, die auf ihren Handys Musik hören, surfen auch eher im Netz und knapp die Hälfte davon besitzt Smartphones”, führt Hill aus.

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