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Infineon will Handychip-Sparte an Intel abtreten

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Thorsten Claus
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Thorsten Claus ist Gründer und Chefredakteur von “moobilux | Connected Mobile” mit mehr als 16 Jahren Berufserfahrung. Der langjährige Journalist beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die mobile Telekommunikation. Als Experte veröffentlichte er in den vergangenen Jahren u. a. Fachbeiträge in “VoIP Compendium”, “Voice Compass” und “t3n”. Als Experte berichtete er in “Deutschland-Radio Wissen”, “Finacial Times Deutschland” und bei “n-tv” über die neuen Trends und Entwicklungen in der Technologie-Branche. Thorsten Claus ist Mitgründer der Pitch-TV-Eventserie „pitchfreunde // Show Your Mobile“ welches sich speziell an Startups mit Fokus Mobile & e-Mobility richtet.

Der deutsche Halbleiterspezialist Infineon verhandelt mit dem US-Rivalen Intel gegenwärtig über den Verkauf seiner Sparte für Mobilfunkchips. Wie die Financial Times Deutschland heute, unter Berufung auf Verhandlungskreise schreibt, werde “intensiv gesprochen”. Obwohl die Milliarden aus dem Deal die Stellung der Bayern festigen würde, formiert sich Widerstand. Infineon-Chef Peter Bauer ist gegen den Verkauf.

Smartphone-Chips für Intel immer wichtiger (Foto: intel.com)

Smartphone-Chips für Intel immer wichtiger (Foto: Intel)

Intel will in Smartphone-Markt
Zwar bestätigt Intel die Übernahmegerüchte nicht, will aber dennoch im Smartphone-Markt mitmischen. “Wir wollen den Einstieg in den Smartphone-Markt beschleunigen und verfolgen das Ziel, die Intel-Architektur in mobilen Endgeräten einzusetzen”, sagt Intel-Deutschland-Sprecher Martin Strobel. Kooperationen mit Nokia oder LG seien Ausdruck “der Aktivitäten in diesem Bereich”. Erst Anfang Mai hatte Intel seine neue Atom-basierte Prozessorplattform, die unter dem Codenamen “Moorestown” an den Start geht, vorgestellt.

Das Interesse der Amerikaner an den Entwicklungen Infineons kommt nicht von ungefähr. So liefern die Münchner Halbleiterspeicher für Apples Lifestyle-Smartphone iPhone oder das mit Spannung erwartete iPad. Mit dem Kauf der Handychip-Sparte käme Intel seinem Ziel näher, weiter in dieses Marktsegment einzusteigen. Erst vor einem Jahr ging Intel eine Kooperation mit Nokia ein, um gemeinsam neue Datenträger für die mobile Internetnutzung zu entwickeln.

Keine finanzielle Not bei Infineon
Der Verkauf der Handychip-Sparte hat für Infineon jedoch seine Vor- und Nachteile. Obwohl das Unternehmen auch bedingt durch die Kapitalerhöhung aus 2009 mit 1,7 Mrd. Euro keinen dringenden finanziellen Bedarf hat und nach dem Abzug der Schulden immer noch eine Mrd. Euro Nettoliquidität übrig bleiben, zweifeln Insider an der Überlebensfähigkeit. Die Sparte sei mit 537 Mio. Euro Umsatz und einem operativen Ergebnis von 26 Mio. Euro in Q1 zu klein.

Diese Einschätzung trifft mit Blick auf die Konkurrenz zu. Der wichtigste europäische Rivale ST Ericsson ist etwa doppelt so groß, während Weltmarktführer Qualcomm in den USA im ersten Halbjahr umgerechnet mehr als vier Milliarde Euro erlöst hat. Die Börsianer reagieren auf die Verkaufsgerüchte positiv. Bei Redaktionsschluss (10:58 Uhr) notiert die Intel-Aktie mit einem Plus von 0,23 Prozent bei 17,65 Euro. Infineon legt um 1,83 Prozent auf 5,13 Euro zu.

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